Stille Machtergreifung

Burschenschafter spielen schon lange eine bedeutende Rolle in der FPÖ. Doch was hat sich in den letzten Jahren geändert? 
Unter Strache ist es in der FPÖ zu einem Machtwechsel gekommen. Die deutschnationalen, schlagenden Burschenschaften haben diese Partei zuerst unterwandert, dann dominiert und zuletzt in Besitz genommen. 

Die Strache-FPÖ wird von einem Parteiobmann und fünf Stellvertretern geführt: Bis auf einen alles Burschenschafter. Das gleiche Bild in den wichtigsten Parteigremien, im Nationalrat, bei den parlamentarischen Mitarbeitern. Überall haben Burschenschafter die Mehrheit. 

Der Bevölkerungsanteil der Burschenschaften beträgt 0,4 Promille. Es ist also eine zahlenmäßig völlig unbedeutende Akademiker-Clique. Gewicht erhält sie durch ihre rechtsextreme Positionierung, denn die Burschenschaften haben sich aus den Traditionen des Nationalsozialismus nie gelöst und sie bekennen sich bis heute zu Großdeutschland.  Weiterlesen

„der neue Mahnruf“ 4/2017 soeben erschienen

Die letzte Ausgabe des neuen Mahnruf in 2017 ist soeben an unsere vielen AbonnentInnen verschickt worden. Sie/Du haben/hast noch kein Abo? Kein Problem: einfach unser Kontaktformular ausfüllen und „der neue Mahnruf“ wird Ihnen/Dir ab sofort kostenfrei zugesandt!

Die Titelgeschichte dieser Ausgabe widmet sich der kurz vor ihrem 97. Geburtstag von uns gegangenen Widerstandskämpferin, Zeitzeugin und langjährige Funktionären unseres Verbandes, Maria Cäsar. Auf den beiden Innenseiten finden sich zwei Interviews mit den Autoren Hans Henning Scharsach (Stille Machtergreifung. Hofer, Strache und die Burschenschaften) und Michael Bonvalot (Die FPÖ – Partei der Reichen) über ihre jeweiligen Publikationen. Passend dazu findet sich unsere Rubrik zur Entlarvung der sozialen Demagogie der FPÖ eine Seite davor. Dort liest man ebenfalls über unseren langjährigen und verdienstvollen Kameraden und Zeithistoriker Winfried R. Garscha, welcher anlässlich seines 65.Geburtstages eine Festschrift erhielt. Auf Seite 8 erhält man die neuesten Informationen über die Intiative gegen das Ustaša- und Nazitreffen in Bleiburg/Kärnten. Neben Aktivitäten unserer Kärtner KameradInnen berichten in der letzten Ausgabe 2017 außerdem unsere Landesverbände Oberösterreich und Salzburg. Daneben finden sich wie gewohnt zahlreiche kürzere Berichte und  Informationen rund um die antifaschistische Gedenk- und Aktionskultur.

Bestellungen können mittels des Kontaktformulars kostenlos aufgegeben werden. Außerdem steht unser Download-Service im PDF-Format bereit: Download „der neue Mahnruf“

Antifaschismus in Wort und Tat: Kurt Gossweiler (1917-2017)

Am 15. Mai 2017 verstarb in Berlin der Historiker Kurt Gossweiler. Die Konstante seines Lebens, das beinahe 100 Jahre währte, war der konsequente Antifaschismus, in praktischer wie theoretischer Hinsicht.

Gossweiler wurde am 5. November 1917 in Stuttgart geboren. Im Alter von zehn Jahren übersiedelte er mit Mutter, Stiefvater und Schwester nach Berlin. Hier erlangte er politische Bildung an der Karl-Marx-Schule und engagierte sich im „Sozialistischen Schüler-Bund“, einer Vorfeldorganisation der KPD, der auch seine Eltern angehörten. Weiterlesen

ÖsterreicherInnen im Kampf um Spaniens Freiheit

Während noch 40 Jahre nach der faschistischen Franco-Diktatur in Spanien darüber gestritten wird, ob Straßen, welche die Namen von ehemals führenden Faschisten tragen, umbenannt werden sollen1 oder nicht, jährte sich diesen Sommer zum 80. Mal die Gründung des österreichischen „12.-Februar-Bataillons“ während des Spanischen Bürgerkrieges. 

Als am 17. Juli 1936 die reaktionären Militärs in Spanisch-Marokko zum Putsch gegen die wenige Monate zuvor in die Cortes gewählte Volksfront-Regierung aus Kommunisten, Sozialisten und Sozialdemokraten losschlugen, war das internationale Echo darauf riesig. So waren die Zeitungen länderübergreifend gefüllt mit Artikeln über dieses Ereignis. So schrieb bereits die Wiener Zeitung in ihrer Montagsausgabe drei Tage später unter dem Titel „Ganz Spanien in Aufruhr“, dass „man offenbar mit einem langen und blutigen Bürgerkrieg rechnen muß“. Dass es nicht bei einem Bürgerkrieg blieb, sondern internationale Dimensionen annahm, resultierte v.a. daraus, dass das faschistische Italien und Deutschland den putschenden Militärs von Beginn an unter die Arme griffen. Weiterlesen

Gedenkstätte Hadersdorf: Erinnerungskultur statt Ignoranz

In Hadersdorf am Kamp wurden am 7. April 1945 63 politische Gefangene, die aus der Haftanstalt Stein entlassen wurden, von der SS Einheit 61 bestialisch umgebracht. Die Männer waren auf dem Weg nach Wien, wurden vom Volkssturm in Hadersdorf am Kamp gefangen genommen und im örtlichen Bauhof eingesperrt bis eine SS Einheit anrückte. Eigentlich wollten sie nur Ortsansässige nach der schnellsten Möglichkeit nach Wien zu kommen fragen. Am nächsten Tag wurden sie auf den örtlichen Friedhof getrieben, wo sie sich selbst ihr Grab, oder besser beschrieben eine Grube, schaufeln mussten und wurden anschließend massakriert. Am Hügel des aufgeschütteten Aushubs wurde ein Maschinengewehr platziert, wer durch die Schussverletzung nicht zu Tode gekommen ist, wurde erschlagen. Die ein Jahr später durchgeführten Obduktionen am Landesgericht Wien lassen auch offen, ob einige nicht lebendig begraben wurden. 2 Männer, die glücklicherweise offizielle Entlassungsscheine hatten, wurden freigelassen und traten im Prozess als Zeugen auf. Die Vorgänge wurden ab 1947 gerichtlich untersucht, die namentlich bekannten Täter Josef Sumetzberger und Richard Kuen (‚Mitläufer‘ aus der Gemeinde Hadersdorf) wurden verurteilt. Die eigentlichen Täter wurden nie belangt. Sowohl Kreisleiter Anton Wilthum als auch Gauleiter Jury, die den Befehl zur Exekution gaben, entzogen sich der gerichtlichen Verfolgung durch Selbstmord. Auch für die Ausführung der Tötung musste sich niemand verantworten: Die SS-Einheit 61 und ihre Kommandierenden blieben anonym.  Weiterlesen