Mikis Theodorakis * 29.7. 1925 – † 2.9.2021

Wir verneigen uns vor einem großen Antifaschisten, herausragenden Künstler und zeitlebens politisch denkenden Menschen. Mikis Theodorakis war mehr als der Sirtaki, auf den ihn viele Medien in ihren Nachrufen reduzieren! Als die Nazis im 2. Weltkrieg Griechenland besetzten, schloss er sich den Partisanen an und kämpfte gegen die Besatzer. Er wird gefangen genommen und gefoltert. Im griechischen Bürgerkrieg zwischen 1946-1949 zwischen Konservativen und Kommunisten, kämpft er wieder auf kommunistischer Seite und wird gefangen genommen. Im Lager auf der Insel Makronisos wird er wieder grauenhaft gefoltert, 2x lebendig begraben und 1949 aus der Haft entlassen. Der Grauen der Konservativen ist damit aber nicht beendet, er wird erneut verhaftet und auf Kreta gefoltert. Nach Abschluss seines Studiums in Frankreich, bejubelt ihn Europa als großartigen Komponisten und Dirigenten. In den USA dürfen seine Werke zu dieser Zeit nicht aufgeführt werden, dort sieht man in ihm nur das Parteimitglied der Kommunisten. Als im April 1967 die faschistischen Obristen in Griechenland putschten, schließt sich Theodorakis sofort wieder dem Widerstand an, wieder wird er verhaftet, wieder gefoltert und in ein Lager verschleppt. Namhafte Kühnster auf der ganzen Welt kämpfen für seine Freilassung. Letztendlich darf er ins Exil nach Frankreich ausreisen. Er nützt seine Berühmtheit bei jedem Auftritt bis zum Sturz der Obristen und beginnt eine Welttournee, bei der jedes Konzert auch ein Manifest gegen die Faschisten in Griechenland ist. Im Nachruf der „Wiener Zeitung“ findet sich ein Satz der Theodorakis nicht besser beschreiben könnte „Und so muss man ihn sehen und verstehen: Als einen Freiheitshelden, der auch Musiker war. Als einen Griechen, der die Welt humaner machen wollte mit der Kraft seiner Kunst.“ Wir verneigen und vor diesem Freiheitskämpfer, Antifaschisten und Künstler. Unser aufrichtiges Beileid gilt seiner Familie, seinen Freund*innen und Weggefährt*innen. Wir bedanken uns mit großen Respekt für das musikalische und politische Erbe, dass uns Minis Theodorakis hinterlässt. Allem voran die Mauthausen Kantate, ein Zyklus auf 4 Liedern, vertonte Gedichte des Mauthausen Überlebenden Iakovos Kambanellis. Aufführungen dieses Werken in Österreich, fanden auch unter Beteiligung von Mitgliedern des KZ-Verbandes/VdA statt. Unvergesslich die Aufführung im Steinbruch des KZ Mauthausen 1988, das Theodorakis selbst dirigierte.

Internationaler Tag des Gedenkens an den Genozid an den Sinti und Roma

2. August 2021 Ceija-Stojka-Platz – Rede von Ernst Wolrab, Bundessekretär

Ernst Wolrab, Bundessekretär – bei der Rede zum Gedenken an Genozid der Roma und Sinti

„Ich bedanke mich für die Möglichkeit, in Zusammenhang mit dieser Veranstaltung die Geschichte dieses Parks, seiner BewohnerInnen und seiner Überlebenden, kennenlernen zu dürfen. Und es ist mir eine Freude, dass mein erster Auftritt als neuer Bundessekretär des KZ-Verbands Österreichs der Antifaschist*innen und Widerstandskämpfer*innen – gerade hier bei euch stattfindet, einem Ort an dem noch gesprochen werden kann im Gedenken an Menschen, die hier gelebt haben, ehe sie verschleppt und ermordet wurden. Gesprochen kann nur werden, weil die Vertreiber, die Verschlepper, die Mörder zwar vertrieben, verschleppt und ermordet haben, aber weil sie besiegt wurden. Und weil sie ihr Ziel, die völlige Vernichtung von Menschen, denen sie kein „Menschsein“ zubilligen wollten, nicht erreicht haben. Weil Menschen überlebt haben, um zu erzählen, um hierher zurückzukommen. Um hier zu sein. Um da zu sein.

Mit Erinnerungen ist es bisweilen so eine Sache: Sie hat Konjunkturen. Sie kann völlig verschwunden sein, und doch wieder kommen. Die Zweite Republik ist auf einer Geschichte von Nichterinnern und Vergessen aufgebaut. Nur langsam hat sich die Erinnerung einen Weg ins Bewusstsein in Teilen dieses Landes verbreitet. Sie ist immer und immer wieder verbunden mit der Unmöglichkeit, das Grauen dauerhaft zu verdrängen, weil es sich durch die Ritzen des Gesellschaft drängt. Erinnerung in Österreich ist verbunden mit Namen und Ereignissen von Tätern: u.a. mit dem Fall Murer, mit Taras Borodajkevic, mit dem Namen Friedrich Peter, mit Walter Reder, mit der Präsidentschaftskandidatur Kurt Waldheims, mit Friedrich Gross, mit Franz Fuchs, mit dem Mord an Menschen, die aus keinem anderen Grund ermordet wurden, weil sie Roma waren.

Und wenn wir heute und hier stehen können – so wissen wir alle, dass die letzten Jahre, ganz besonders in Zusammenhang mit der Regierung Orban und dem Aufstieg der Rechtsextremisten in Ungarn, aber auch einfacher, fast schon alltäglicher Hasspropaganda gegen Roma u.a. in der Slowakei, in Tschechien,  in Rumänien und anderen Ländern Osteuropas, das also zusammen mit dieser mit dieser Hasspropaganda auch Erinnerungsdiskurse zur impliziten Rechtfertigung des Massenmordes an Roma und Sinti aus dem Dunkel des intellektuellen Versteckens an die Oberfläche des öffentlichen Diskurses kommen.

Wir sind hier am Ceija-Stojka Platz um gemeinsam mit Freundinnen und Freunden, den Ermordeten dieser unbeschreiblichen Nacht vom 2. August 1944 zu gedenken.

2.900 – 4.300 Roma und Sinti wurden in wenigen Stunden ermordet, diesen unsterblichen Opfern gedenken wir heute hier. Wie in den letzten Jahren ist aber auch ein wichtiger Teil des Gedenkens, gemeinsam das Leben zu feiern.

Wir stehen also nicht nur hier, um zu erinnern, sondern auch zu zeigen: Da sind Menschen, in all ihrer Unterschiedlichkeit, mit allem, was sie ausmacht, was sie mitbringen. Und dieses „Da-Sein“ im doppelten Sinn des Wortes gehört zu uns, weil wir alle Menschen sind. Weil wir alle anders sind und niemand gleich. Und weil uns als Menschen eines verbindet; uns alle ausnahmslos verbindet: Dass wir ein Recht haben, zu sein, zu leben. Und dass niemand – gar niemand – das Recht hat, uns, oder auch nur einzelnen von uns Menschen, dieses besondere, dieses unteilbare, dieses allgemeingültige und vor allem unveräußerliche Recht auf Sein und auf ein Da-Sein in Würde zu nehmen.

Ich darf hier an ein Zitat von Ceija Stojka erinnern „“Es ist schon lange her, aber damals geschah es doch“, Wir wissen, dass dieses unfassbare Grauen des nationalsozialistischen Regimes geschehen konnte, wir wissen auch WIE es geschah. Es war der Rassismus, der Hass, die Ausgrenzung und die Vorurteile gegenüber den Menschen, die vom herrschenden System geschürt wurden.

Damals geschah es doch, lassen wir es nicht zu – dass es wieder geschehen kann. Arbeiten wir zusammen, um den Rassismus und den Hass nicht noch weiter in die Mitte der Gesellschaft vordringen zu lassen. Lassen wir uns den Zusammenhalt und die Menschlichkeit nicht nehmen.

In Erinnerung und tiefen Respekt vor den Opfern der Nazidiktatur stehen wir gemeinsam hier. Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass an die ermordeten Roma und Sinti auch in Wien durch ein Mahnmal gedacht wird.

Ich danke euch.

Niemals vergessen. Nie wieder Faschismus.“

– Ernst Wolrab, Bundes- und Landessekräter KZ-Verband Österreich und Wien

Steyregg darf kein rechtsextremer Hotspot werden!

Foto: Plattform Radikale Linke

Wie jetzt bekannt wurde, versuchen die rechtsextremen, gewaltbereiten Identitären in Steyregg in Oberösterreich ihr neues Basislager durch einen Hauskauf aufzuschlagen. Von dort aus soll ihr demokratiegefährdendes „patriotisches Großprojekt“ für ganz Österreich zu verwirklicht werden.

Wir brauchen augenblicklich einen überparteilichen Schulterschluß und eine offensive Strategie gegen diese rechtextremen Umstriebe“, so Dagmar Schindler, Vorsitzende des KZ-Verband-VdA. Es gilt dieses Projekt mit allen rechtlichen Mitteln zu verhindern, wir schließen uns hier den Forderungen unserer oberösterreichische Kamerad*innen des KZ-Verbandes an.

Bereits vor 2 Jahren gelobten politische Vertreter von ÖVP und SPÖ sowie der Polizei ihre ablehnende Haltung bzw. eine Einberufung des Landessicherheitsrates, als Rechtsextreme ein neues Zentrum in Linz planten. Hier fehlt es offensichtlich an einer Gesamtstrategie, wenn inzwischen bereits Pläne der Rechtsextremen umgesetzt werden.

Steyregg darf nicht zum Hotspot von Rechtsextremen werden!

Die Presseaussendung unserer Kameradinnen und Kameraden vom KZ-Verband/VdA OÖ:

Der KZ-Verband/VdA Oberösterreich warnt eindringlich davor, dass Steyregg zum Dreh- und Angelpunkt der rechtsextremen Szene für ganz Österreich und den südbayerischen Raum werden könnte.

Steyregg. Wie am Wochenende öffentlich bekannt wurde, haben Rechtsextreme, die den Identitären zugeordnet werden können, eine Immobilie in Steyregg gekauft. Sie wollen dort ein seit 2019 geplantes „patriotisches Großprojekt“ verwirklichen, das für Rechtsextreme aus ganz Österreich sowie „für den süddeutschen Raum eine Anlaufstelle“  bieten solle. Eine rechtsextreme Bar, Büroräumlichkeiten, Wohnraum, eine Bibliothek und ein Versandhandel sollen in der neuen Basis offenbar verwirklicht werden. Da man offenbar bereits mit einer gewaltbereiten Stimmung rechne, wurde eine Seite des Gebäudes komplett vergittert.

Der KZ-Verband/Verband der AntifaschistInnen in Oberösterreich warnt vor der großen Gefahr, die mit einem solchen Projekt im oberösterreichischen Zentralraum verbunden ist. „Sobald die Rechtsextremen ihre Umbauarbeiten abgeschlossen haben, dürfte wohl kein Wochenende mehr vergehen, an dem Steyregg nicht Dreh- und Angelpunkt der Rechtsextemen sein wird. Es ist zu vermuten, dass es zu einer engen Vernetzung zwischen oberösterreichischen und niederbayrischen Strukturen kommen wird“, warnt Harald Grünn, Vorsitzender des KZ-Verbandes/VdA Oberösterreich, eindringlich. „Für uns als antifaschistischer Opferverband ist klar, dass Steyregg nicht zum Hotspot von Rechtsextremen verkommen darf!“

Der KZ-Verband/VdA fordert die Verantwortlichen der Stadtgemeinde und des Landes Oberösterreich auf, den Identitären das Leben Steyregg so schwer als möglich zu machen. „Von den Verantwortlichen der Stadt muss nun jedes Register gezogen werden“, so Harald Grünn. „So sollte beispielsweise geklärt werden, ob es für die Vergitterung eine baurechtliche Genehmigung gebe oder ob diese auf denkmalgeschützten Außenwänden unrechtmäßig angebracht wurde. Genauso muss geprüft werden, ob für einen Gastro- und Nächtigungsbetrieb die notwendigen Genehmigungen vorhanden sind.“

Gleichzeitig betont der KZ-Verband/VdA OÖ, dass es nun vordergründig Aufklärungsarbeit in Steyregg braucht, damit die Identitären auf breite Ablehnung innerhalb der Steyregger Bevölkerung stoßen. Denn letztlich wird nur breiter antifaschistischer Protest aus der Mitte der Gesellschaft dafür sorgen können, dass die Rechtsextremen wieder aus Steyregg verschwinden.

Link zur KZ-Verband OÖ Homepage mit der Presseaussendung: https://kzverband-ooe.at/kz-verband-vda-ooe-steyregg-darf-nicht-zum-rechtsextermen-hotspot-werden/

Neuwahl und Bilanz der schwarz-blauen Regierung

Am 29. September 2019 findet die nächste vorgezogene Nationalratswahl statt. Die Neuauflage der ÖVP-FPÖ-Koalition auf Bundesebene ist im Mai im Zuge des Skandals um das Ibiza-Video zerbrochen. Unter der Verantwortung von FPÖ-Ministern standen übrigens alle bewaffneten Einheiten der Republik. In der Zwischenzeit führt eine „Experten“-Regierung die Amtsgeschäfte. Das Regierungsprogramm ließ von Anfang an keine Zweifel, wessen Interessen ungebremst durchgesetzt werden sollten und auch wurden. Der durchgepeitschte 12-Stunden-Arbeitstag und die 60-Stunden-Arbeitswoche, die Zerschlagung der Selbstverwaltung der Krankenkasse der Arbeiter und Angestellten sind nur zwei markante Ergebnisse der vergangenen ÖVP-FPÖ-Regierung. Weiterlesen

Mahnruf-Sondernummer zur Opferfürsorge 2018 erschienen

Die Sondernummer 1a/2018 der Verbandszeitschrift des KZ-Verband/VdA “der neue Mahnruf” ist im Umfang von vier Seiten erschienen.

Die aktuelle Sondernummer liefert einen Überblick über die Leistungen aus der Opferfürsorge für das Jahr 2018.
Für Fragen und Hilfestellungen zum Bezug von Leistungen für WiderstandskämpferInnen und Opfern des Faschismus und Hinterbliebene aus der Opferfürsorge laut Opferfürsorgegesetz (OFG) stehen die FunktionärInnen des Bundesverbands und der Landesverbände zur Verfügung.

Bestellungen können mittels des Kontaktformulars – so lange der Vorrat reicht – kostenlos aufgegeben werden. Außerdem steht unser Download-Service im PDF-Format bereit: Download „der neue Mahnruf“