Zusammenhänge erklären

Gespräch mit Buchautor und AHS-Lehrer Robert Krotzer über die Thematisierung des NS-Faschismus in österreichischen Schulbüchern. [Eine Rezension des Buches findet man hier]

Wie entstand die Idee, sich mit der Behandlung der NS-Zeit in den österreichischen Schulbüchern auseinanderzusetzen?
Die Idee entstand aus Gesprächen mit meinen Eltern und Großeltern und anderen Menschen dieser Generationen. Diese haben immer wieder erzählt, dass im Geschichtsunterricht ihrer Schulzeit keine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus stattgefunden hat. Daraus entwickelte sich die Frage, was damals denn überhaupt in den Schulbüchern stand. Denn natürlich gibt es immer einen großen Unterschied zwischen dem, was in den Büchern steht und dem, was tatsächlich im Unterricht durchgenommen wird. Weiterlesen

Verdrängt und Verfälscht

Neue Publikation des KZ-Verbands/VdA über die Darstellung des NS-Faschismus in österreichischen Schulbüchern [Das Interview mit dem Autor findet man hier]

Robert Krotzer - Langes Schweigen - Cover„Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“, so lautete die Forderung der überlebenden Opfer der NS-Herrschaft nach ihrer Befreiung vom Joch der Tyrannei. Der Geist dieser Losung fand auch Eingang in die Verfassung der neu erstandenen Zweiten Republik. Vielfach anders verhielt es sich hingegen in der österreichischen Nachkriegsgesellschaft im politischen und gesellschaftlichen Umgang und der alltäglichen Auseinandersetzung mit der braunen Vergangenheit. Rasch waren sogar schwer belastete NS-Funktionäre wieder in hohen Posten, um ihre Stimmen buhlten die Großparteien ebenso wie der als Sammelbecken ehemaliger Nationalsozialisten entstandene „Verband der Unabhängigen“, die spätere FPÖ. An vielen Stammtischen lebte die Erinnerung an die „heldenhafte Zeit“, antisemitische Einstellungen waren unter anderem auch an den österreichischen Hochschulen keineswegs verpönt – nicht nur in Kreisen deutschnationaler Burschenschaften. Der deutsche Angriffskrieg wurde hingegen zur „Heimatverteidigung“ umgedeutet, WiderstandskämpferInnen galten vielen als „Verräter“, wie auch jene als „Nestbeschmutzer“ angesehen wurden, die auf die österreichische Mitverantwortung an den Verbrechen des NS-Faschismus hinwiesen.  Weiterlesen

Knappe Niederlage für Burschenschafter

Mit minimalem Vorsprung konnte sich Alexander Van der Bellen in der Bundespräsidentenwahl gegen FPÖ-Kandidat Norbert Hofer durchsetzen. Eine erfolgreiche Strategie gegen Rechts darf sich nicht auf Appelle beschränken

Nach einem langen Wahlkampf und einer aufgrund des knappen Ergebnisses 24-stündigen Verzögerung stand am späten Nachmittag des 23. Mai nach Auszählung der Wahlkarten endlich fest: Österreichs Staatsoberhaupt wird doch kein deutschnationaler Burschenschafter und Mitglied einer Partei, die aus dem „Verband der Unabhängigen“, Sammelbecken ehemaliger NSDAP-Mitglieder, entstanden war. AntifaschistInnen in ganz Österreich konnten erleichtert aufatmen. Doch Grund zu übermäßiger Freude besteht keineswegs. Denn der massenhafte Zuspruch für den FPÖ-Kandidaten macht deutlich, dass das Potenzial für künftige Wahlerfolge der Rechten noch nicht ausgeschöpft ist. Nur etwas mehr als 31.000 Stimmen trennten den Wahlsieger Alexander Van der Bellen von Hofer. Gleichzeitig deutet auch nach der Ablöse von Werner Faymann durch den Manager Christian Kern als SPÖ-Chef und Bundeskanzler wenig auf eine Wende in der Regierungspolitik hin. Doch diese ist nötig, wenn der FPÖ der Wind aus den Segeln genommen werden soll. Moralische Appelle an die ÖsterreicherInnen, keine KandidatInnen einer Partei zu wählen, die rassistische Ressentiments für ihre Politik nutzt, wird zu wenig sein.

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„der neue Mahnruf“ 2/2016 soeben erschienen

Die zweite Ausgabe des neuen Mahnruf wartet mit einem Titelthema auf, welches das erste halbe Jahr bestimmt hat und vermutlich weitere Wochen des zweiten Halbjahres bestimmen wird: die Bundespräsidentenwahl. Daneben finden sich wie gewohnt zahlreiche Berichte, Analysen, Interviews und  Informationen rund um die antifaschistische Gedenk- und Aktionskultur. Aufgrund von einigen grafischen und inhaltlichen Überarbeitungen wird in Zukunft bspw. auf Seite 5 eine Rubrik zu finden sein, welche die soziale Demagogie der FPÖ auseinandernimmt. Weiters hervorzuheben ist die Einschätzung zu den extrem rechten Identitären, die ausführliche Vorstellung unserer neuesten Publikation über die Darstellung des NS-Faschismus in österreichischen Schulbüchern sowie der Bericht des Salzburger Landesverbands über zweifelhafte Ehrungen in Salzburg. Selbstverständlich berichten wir auch über die diesjährige stark veränderte Gedenk- und Befreiungsfeier in Mauthausen.

Bestellungen können mittels des Kontaktformulars – so lange der Vorrat reicht – kostenlos aufgegeben werden. Außerdem steht unser Download-Service im PDF-Format bereit: Download „der neue Mahnruf“

„der neue Mahnruf“ 1/2016 soeben erschienen

2016-1Auch im Jahre 2016 gibt es unsere Verbandszeitschrift “der neue Mahnruf” im Umfang von 12 Seiten.

Die erste Ausgabe in diesem Jahr deckt trotz Winterzeit wie gewohnt ein breites Spektrum antifaschistischer Thematiken und Aktionen ab. So handelt die Titelstory „NS-Propaganda durch Staatsanwalt“ von der Entscheidung der Grazer Staatsanwaltschaft, das Verfahren gegen das extrem rechte „Aula“-Magazin einzustellen. Über die Ehrung vom 10. Februar für mehrere WiderstandskämpferInnen vonseiten des Österreichischen Staates wird ebenfalls berichtet. Unerfreulicherweise müssen wir auch wieder über faschistische Überfälle, Angriffe und Schmieraktionen informieren, welche in letzter Zeit vermehrt vorkommen. Unter der Überschrift „Ehre nur, wem Ehre gebührt“ findet sich ein Bericht darüber, dass der Salzburger Landtag zwar Ehrenzeichen für Nazis posthum strich, jedoch immer noch Straßennamen von Nazis in der Stadt zu finden sind, wogegen der Landesverband Salzburg mobil macht. Eine ausführliche Besprechung der Publikationen „Naziherrschaft in der Provinz“ und „Österreicher für Franco“ sowie Berichte zu antifaschistischen Demonstrationen und Veranstaltungen und die Stellungnahme des Bundesverband Neugestaltung der Befreiungsfeierlichkeiten in Mauthausen komplettieren die erste Ausgabe.

Bestellungen können mittels des Kontaktformulars – so lange der Vorrat reicht – kostenlos aufgegeben werden. Außerdem steht unser Download-Service im PDF-Format bereit: Download „der neue Mahnruf“